Technische Daten
| Modell: | Scout 101 DGP |
| Hersteller: | Indian Motocycle Company |
| Firmensitz: | Springfield, Massachusetts (USA) |
| Baujahr: | 1929 |
| Leistung: | 20 PS |
| Motor-Art: | 2-Zylinder, V-Anordnung, 4 Takt |
| Hubraum: | 744 ccm |
| Ventil-Art: | stehend SV |
| Bohrung x Hub: | 73 x 88,9 |
| Ölversorgung: | Verlustschmierung |
| Kupplung: | Fußbetätigt |
| Anzahl Gänge: | 3 |
| Schaltung: | Handschaltung |
| Antrieb: | Kette |
| Gewicht: | 200 KG |
| Höchstgeschwindigkeit: | 120 km/h |
Geschichte
Die Indian Scout 101 gilt ohnehin als das beste Motorrad, das Indian je gebaut hat – aber das Kürzel DGP führt uns in ein ganz spezielles, fast vergessenes Kapitel der Zwischenkriegszeit.
Das Kürzel ist kein offizieller Bestandteil der amerikanischen Modellbezeichnung von Indian in Springfield, sondern steht für Deutsche Getriebe und Patente.
In den späten 1920er und frühen 1930er Jahren gab es in Deutschland extrem hohe Importzölle auf ausländische Motorräder. Um diese zu umgehen, gründete die Berliner Firma DGP (hinter der die Firma Raetz stand) eine Kooperation mit Indian: Die Rahmen und Motoren kamen aus den USA, viele Anbauteile (Sättel, Armaturen, Vergaser, teilweise Getriebe oder Lichtanlagen) wurden in Deutschland gefertigt oder von hiesigen Zulieferern (wie Bosch oder Graetzin) bezogen.
Die Maschinen wurden in Berlin montiert und als DGP-Indian verkauft.