Technische Daten
| Modell: | R 25/2 |
| Hersteller: | Bayerische Motoren Werke AG |
| Firmensitz: | München |
| Baujahr: | 1953 |
| Leistung: | 12 PS |
| Motor-Art: | 1-Zylinder, 4-Takt |
| Hubraum: | 247 ccm |
| Ventil-Art: | OHV |
| Bohrung x Hub: | 68 x 68 |
| Ölversorgung: | Druckumlaufschmierung |
| Kupplung: | Einscheiben-Trockenkupplung |
| Anzahl Gänge: | 4 |
| Schaltung: | Fußschaltung plus Handschaltung am Getriebe |
| Antrieb: | Kardan |
| Gewicht: | 142 KG |
| Höchstgeschwindigkeit: | 105 km/h |
| Stückzahl: | 38651 |
| Bauzeit: | 1951-1953 |
| Besonderheiten: | matching numbers, Rücklicht einer BMW R25/3 montiert, da diese ein Bremslicht integriert hat. Die R25/2 hatte kein Bremslicht. |
Geschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg war es BMW zunächst untersagt, großvolumige Motorräder zu bauen. Man konzentrierte sich daher auf die 250-cm³-Klasse. Die R25/2 (vorgestellt 1951) war die direkte Weiterentwicklung der R25 (1950).
Die R25/2 galt als extrem solide und "unkaputtbar". Das war in den 50ern entscheidend, denn das Motorrad war für die meisten Besitzer kein Freizeitvergnügen, sondern das Hauptverkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen (massenhafter Einsatz bei der Post (gelb) und der Polizei (grün)).
Die R25/2 erhielt den charakteristischen Schwingsattel mit einer zentralen Zugfeder, was den Fahrkomfort auf den damals noch oft schlechten Straßen massiv verbesserte.
Die Produktion endete 1953, als die R25/3 auf den Markt kam. Die R25/3 brachte dann größere Neuerungen wie Vollnabenbremsen und eine modernere Telegabel.
Der quadratische Hub (68 x 68) ist der Hauptgrund für die legendäre Langlebigkeit der BMW R25-Serie. Es war also weder ein Lang- noch ein Kurzhuber. Der Motor hat ein sehr lineares Fahrverhalten. Der nahezu quadratische Brennraum sorgt für gleichmäßige Verbrennung und optimale Wärmeabfuhr.
Aufgrund der hohen gefertigten Stückzahl gilt das Motorrad eher als ein "Einsteiger-Modell" in der Oldtimer-Szene.
Ein Wort vom Eigner:
Das Motorrad wurde 1991 (damals war ich 19) in Berlin-Kreuzberg, zerlegt und gestaut unter einem Hochbett in einer WG, gekauft, die BMW war damals bereits seit 1982 abgemeldet). Danach hat mein Vater es großteils in Eigenregie restauriert (ich hatte damals eher Interesse am Motorrad fahren denn am restaurieren). 1992 fuhr es das erste und gleichzeitig letzte mal: Im Rahmen eines "Tests" bin ich circa 500Meter durch die Siedlung gefahren, ein Tank war nicht montiert, dafür eine Einweg-Spritze (100ml), gefüllt mit Benzin, verklemmt an den Rahmen. Danach schlief die Restauration für weitere 32 Jahre ein. 2025 habe ich das Motorrad wieder aus dem Schuppen geholt und entschieden, es fertigzustellen. Natürlich waren erneut viele (Gummi)Teile nach weiteren 32 Jahren Standzeit hinüber und wurden getauscht. Dank der MVG erhielt ich einen 2-Stunden-Crashkurs in Motorrad-Elektrik und nach einer gemeinsamen Bestandsaufnahme war ich in der Lage, den elektrischen Teil allein fertigzustellen. 2026 soll sie fahren.