Bei den vielen alten Motorradherstellern fragt man sich manchmal, was denn passiert ist, dass sie vom Markt verschwanden. Manch Name überlebte als Marke, mancher stellt immer noch Motorräder her (prominent natürlich BMW), andere sind komplett „verschwunden“. Vielen (deutschen) Motorradherstellern ist gemein, dass ihre Blütezeit vor dem Siegeszug des Automobils lag. Während das Motorrad in der Vergangenheit als günstiges (sowohl in Anschaffung als auch in Steuer/Versicherung) „Arbeitstier“ angeschafft wurde, ist das Motorrad heute zu einem „Lifestyle“-Produkt geworden.
Was ist also aus den großen Marken ihrer Zeit geworden? Wo kamen sie her, wo sind die verschwunden?
In den Zwanziger Jahren teilten sich die US-Hersteller Harley und Indian den Weltmarkt auf (mit Abstand folgten BSA und Triumph aus England), deutsche Hersteller schraubten oft noch in Manufakturen. Viele deutsche Motorradmarken hatten ihre Blütezeit in den 30er Jahren und holten dann durch Fließbandfertigung gewaltig auf. Ein Beispiel: Während Indian in den Zwanzigern die Top-Jahresverkaufszahl von 30.000 Motorrädern hatte, waren es 1929 bei DKW bereits 60.000. NSU hat 1959 unglaubliche 342.000 Motorräder produziert!